Schrottimmobilien

In den vergangenen Jahrzehnten haben viele tausend Anleger, verleitet von den Versprechungen von Anlagevermittlern und Anlageberatern, Immobilien häufig sogar ohne jedes Eigenkapital erworben.

Gelockt von der Möglichkeit, in erheblichem Maße Steuern sparen zu können, für das Alter vorzusorgen und ansehnliche Renditen bzw. Mieteinnahmen zu erhalten ließen sich Anleger zu dem Kauf von Eigentumswohnungen und deren Finanzierung durch einen Darlehensvertrag, oftmals gekoppelt an Lebensversicherungsverträge und Bausparverträge, überreden. Regelmäßig erfolgte die Vermittlung der Wohnung und der Finanzierung durch ein und denselben Vermittler. Mit der Ablaufleistung aus dem Lebensversicherungsvertrag sollte planmäßig das Darlehen am Ende seiner Laufzeit vollständig getilgt werden.

Die monatlichen Zins- und Tilgungsleistungen bzw.  - im Falle einer Tilgung über die Ablaufleistung einer Lebensversicherung - die monatlichen Versicherungsbeiträge könnten problemlos, so die immer gleichen Versprechungen der Vermittler - vollständig oder zum einem großen Teil über die monatlichen Mieteinnahmen sowie die Steuerersparnisse finanziert werden, deren Höhe - zumindest in den ersten Jahren - über eine sog. Mietgarantie abgesichert seien. Auf diese Weise könne man ohne oder nur mit einer geringen monatlichen Belastung Wohneigentum erwerben.

 Vielfach holt die Erwerber solcher Immobilien die Wirklichkeit sehr schnell ein. Nicht selten bleiben Mieteinnahmen hinter den Versprechungen zurück oder aufgrund Leerstandes sogar ganz aus. Auch die für diesen Fall versprochene Sicherheit durch eine Mietgarantie erweist sich häufig als trügerisch. Zum einen ist diese nur befristet. Zum anderen ist sie wertlos, wenn - wie in vielen Fällen - der Mietgarant schon nach kurzer Zeit nicht mehr zahlungsfähig ist.

Regelmäßig stellt sich bei genauerer Betrachtung nach dem Kauf heraus, dass der Verkehrswert der Wohnung bei weitem nicht dem Kaufpreis entspricht und dass die prospektierten und von dem Vermittler in Aussicht gestellten Mieteinnahmen ebenfalls nicht erreichbar sind. Hieraus hat sich die Bezeichnung "Schrottimmobilie" entwickelt und ist mittlerweile ein feststehender Begriff für die Beschreibung von überteuerten und wenig werthaltigen Eigentumswohnungen geworden.

 Der Anleger sitzt nun nicht nur auf einer überteuerten Immobilie, die er - wenn überhaupt - nur mit erheblichem Verlust verkaufen könnte. Zudem ist das zum Erwerb der Immobilie eingegangene Darlehen bzw. eine zur Tilgung vorgesehene Lebensversicherung zu bedienen. Nicht selten können Erwerber diese für sie aufgrund der Versprechung des Vermittlers vor dem Kauf unerwarteten finanziellen Belastungen nur kurze Zeit oder gar nicht getragen werden. Die Zwangsversteigerung der Immobilie droht und der Anleger droht auf einem Schuldenberg sitzen zu bleiben.

Schrottimmobilienopfer sind jedoch nicht schutzlos. Häufig kommt die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen gegen Verkäufer oder Anlagevermittler bzw. -berater wegen fehlerhafter Aufklärung oder bewusster Täuschung des Anlegers über für dessen Anlageentscheidung maßgebliche Umstände und Tatsachen bei Erwerb der Wohnung in Betracht. Zudem können Anleger nicht selten auch die weitere Zahlung von Zins- und Tilgungsleistungen gegenüber der finanzierenden Bank verweigern oder sogar bereits erbrachte Zahlungen aus verschiedenen Rechtsgründen erfolgreich zurückfordern.

Wir vertreten seit Jahren eine Vielzahl geschädigter Anleger in ganz Deutschland gegenüber den Verkäufern solcher Immobilien aber auch gegenüber Anlageberatern und den Erwerb finanzierenden Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Ziel ist es jeweils den Kauf rückabzuwickeln bzw. den geschädigten Käufer von allen Verpflichtungen aus dem Kaufvertrags sowie dem Darlehensvertrags freistellen zu lassen.

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