Darlehenswiderruf

Entschädigungslos aus dem Immobiliendarlehen von niedrigen Zinsen profitieren

Banken bieten aktuell Immobiliendarlehen zu historisch niedrigen Zinsen an. Bankkunden, die in der Vergangenheit Darlehensverträge zu weitaus schlechteren Konditionen abgeschlossen haben, blicken neidisch auf das aktuelle Zinsniveau.

Aber auch sie können von dieser Niedrigzinsphase profitieren.

Bankkunden haben die Möglichkeit, sich auch nach Ablauf der eigentlich geltenden zweiwöchigen Widerrufsfrist und Jahre nach Abschluss des Darlehensvertrages durch die Erklärung eines Widerrufes ihrer auf den Abschluss des Darlehensvertrages gerichteten Willenserklärung von ihrem Darlehensvertrag zu lösen, sofern dies Widerrufsbelehrung nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Im Falle des wirksamen Widerrufs kann der Verbraucher nicht zur Zinsen für die Zukunft sparen. Er kann auch geleistete Bearbeitungsgebühren und ähnliche Entgelte zurückverlangen und hat im Einzelfall sogar Anspruch auf die Rückzahlung geleisteter Zinsen, sofern die vertraglichen vereinbarten Zinsen über dem marktüblichen Zinssatz lagen. Auch kann er von der Bank eine Nutzungsentschädigung verlangen. Nicht selten können Bankkunden auf diesem Wege mehrere Tausende Euro ersparen.
Die Fahrlässigkeit von Banken und Sparkassen bei der Gestaltung ihrer Widerrufsbelehrungen macht dies möglich. Die Erfahrung nach Prüfung hunderter Widerrufsbelehrungen unterschiedlicher Banken und Sparkassen zeigt, dass ca. 90 % insbesondere der zwischen September 2002 und Juni 2010 erfolgten Belehrungen fehlerhaft sind. Aber auch bei Kreditverträgen, die danach geschlossen worden sind, lohnt sich nicht selten eine Prüfung, da Banken und Sparkassen oftmals nicht nur fehlerhaft oder nicht deutlich genug belehrt haben, sondern nicht selten auch ihren Informationspflichten nicht nachgekommen sind. Als Folge einer fehlerhaften Belehrung können Bankkunden auch nach Ablauf der gesetzlichen Widerrufsfrist von zwei Wochen, von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen und sich so ohne Vorfälligkeitsentschädigung von ihrem Darlehen trennen.

Zwar versuchen Banken und Sparkassen sich regelmäßig zunächst einem Widerruf zu widersetzen. Jedoch sind sie sehr häufig nach Einschaltung eines Rechtsanwalts zu einvernehmlichen Lösungen bereit, die es einem Kunden ermöglichen, kostengünstig zu einer anderen Bank zu wechseln oder aber bei der bisherigen Bank durch Abschluss eines neuen oder Verlängerung eines bestehenden Vertrages Zinsen in erheblichem Umfang zu sparen. Entsprechende Vergleiche konnten bereits unter unserer Mitwirkung in einer Vielzahl von Fällen geschlossen werden.

Sollte eine Bank sich einer einvernehmlichen Erledigung verschließen, so kann der Widerruf auch mit gerichtlicher Hilfe erfolgreich durchgesetzt werden.  Entsprechende positive Entscheidungen konnten wir bereits für unsere Mandanten erzielen (vgl. z.B. Landgericht Nürnberg-Fürth, Urt. v. 14.04.2015 – 6 O 6443/14 (Sparkasse Erlangen), Landgericht Nürnberg-Fürth, Urt. v. 20.04.2015 – 6 O 9499/14 (PSD Bank), Landgericht Nürnberg-Fürth, Urt. v. 04.08.2015 - 10 O 9199/14 (Sparda Bank)).