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Consortis Verwaltungs GmbH

In den Jahren 2012 und 2013 hat die Consortis Verwaltungs GmbH im großen Stil Wohnungen an Interessenten mit einem „Rundum-sorglos-Paket“ verkauft.

Das Konzept sah vor, dass die Firma Consortis für sämtliche Kosten aufkommen würde und den Interessenten keinerlei Belastungen entstehen würden. Nach 10 Jahren wurde bei Verkauf der Wohnung ein erheblicher Gewinn versprochen.

Nachdem die Firma Consortis im Jahr 2014 Insolvenz angemeldet hatte, stellte sich heraus, dass es sich um ein betrügerisches Schneeballsystem handelte. Die bisher von der Consortis übernommenen Kosten blieben an den Käufern hängen, die eigentlich versprochenen Mieten blieben weit hinter den Erwartungen zurück, so dass die plötzlichen monatlichen Mehrbelastungen teilweise zu gravierenden Zahlungsschwierigkeiten führten.

Die Verkaufsgespräche liefen sämtlich gleich ab. Im Rahmen einer Kaltakquise erhielten die zukünftigen Käufer einen Telefonanruf, in dem sie gefragt wurden, ob sie Steuern sparen wollten. Ein Mitarbeiter der Consortis kam dann in die Wohnung und stellte das Konzept vor und berechnete den angeblichen Gewinn nach 10 Jahren.

Gegenstand des Beratungsgesprächs war eine Wohnung – meist in Potsdam, Berlin oder Umland – die von mehreren dritten Unternehmen zum Verkauf angeboten wurden. Die Fa. Consortis verkaufte diese Wohnungen im Auftrag dieser Unternehmen.

Die Interessenten sollten zum Kauf der Wohnung ein Darlehen aufnehmen, die Raten sollten durch sogenannte „Garantiezahlungen“ durch die Firma Consortis gedeckt sein. Die Firma Consortis sollte die Mieten für die Wohnung erhalten, sowie sämtliche Steuerersparnisse, dafür sollten die Raten für das Darlehen und sämtliche weiteren Kosten durch die Firma Consortis gezahlt werden. Hier wurde eine monatliche „Garantiezahlung“ vertraglich zugesichert.

Nach 10 Jahren sollten die Wohnungen für den gleichen Preis wieder von der Firma Consortis zurückgekauft werden. Auch hierüber wurde eine schriftliche Rückkaufvereinbarung geschlossen. Hierbei sollte auf Grund der bis dahin erfolgten Tilgung des Darlehens, sowie durch Steuerersparnis ein erheblicher Gewinn entstehen.

Dazu sollten die Käufer noch ein zusätzliches Darlehen aufnehmen, meist zwischen 10.000€ und 30.000€. Dieses wurde direkt an die Firma. Consortis überwiesen und sollte als „Sanierungsdarlehen“ dienen. Teilweise wurde vereinbart, dass dieses Darlehen zurückgezahlt und von der Firma Consortis dabei noch verzinst wird.

Nach Insolvenz der Fa. Consortis stellte sich heraus, dass die Mieten der Wohnungen meist viel niedriger waren, als behauptet. Die Raten für die aufgenommenen Darlehen waren viel höher, als die monatlichen Mieteinnahmen. Auch die Steuerersparnis konnte dies nicht wieder ausgleichen. Die Firma Consortis hatte jeden Monat viel mehr für die „Garantiezahlungen“ ausgegeben, als sie an Mieten eingenommen hatte. Das Konzept konnte von Anfang an nicht funktionieren.

Es schien, als hätte die Firma Consortis die Gelder aus den „Sanierungsdarlehen“ zur Zahlung der monatlichen „Garantiezahlungen“ verwendet. Um immer mehr „Garantiezahlungen“ zu erfüllen, musste sie daher immer mehr Wohnungen verkaufen und hierfür immer mehr „Sanierungsdarlehen“ einnehmen – ein Schneeballsystem war entstanden.

Es stellte sich auch heraus, dass die schriftliche Vereinbarung über den Rückkauf der Wohnung ebenfalls wertlos war – diese hätte notariell beurkundet werden müssen, um Wirkung zu entfalten.

Die Firma Consortis hatte bei den – meist in den Wohnungen der Käufer durchgeführten – Verkaufsgesprächen schlicht falsche Versprechungen gemacht und fehlerhaft beraten.

Die Rechtsanwaltskanzlei KSR vertritt in dieser Angelegenheit zahlreiche Käufer.

Ein Vorgehen wegen Falschberatung gegen die Firma Consortis ist durch deren Insolvenz nicht mehr erfolgversprechend.

Allerdings können geschädigte Anleger direkt gegen die Verkäufer der Wohnungen vorgehen, da diese die Firma Consortis nachweisbar mit dem Verkauf der Wohnungen beauftragt haben. Daher müssen sie sich das Verhalten der Firma Consortis – damit auch die falschen Versprechungen vor Vertragsschluss – zurechnen lassen und hierfür haften.